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Die Zucht
Unter Zucht versteht man eine vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren, in meinem Fall Vögel.
In Deutschland darf man Sittiche und Papageien nur dann züchten wenn man eine Prüfung abgelegt hat und somit die Zuchtgenehmigung erworben hat.
Ringpflicht?!
Aufgrund der Psittakoseverordnung besteht in Deutschland die Ringpflicht.
Psittakose
ist eine Papageienkrankheit die auf den Menschen übertragbar ist und zu Hirnhaut- und Lungenentzündung führen kann. Die Psittakose ist nach dem Seuchengesetz meldepflichtig. Weitere Infos:
siehe Psittakose
Wie kommt man zu einer Genehmigung?
Den Antrag für die Zuchtgenehmigung kann man beim zuständigen Veterinärsamt stellen, zu finden ist dieses meist im Landratsamt oder im Ordnungsamt! Die Prüfung besteht aus zwei Teilen, der erste wäre die Begutachtung der Volierenanlagen (Zuchtanlage) und des Quarantäneraumes,
der zweite Teil umfasst das Abfragen des allgemeinen Wissens rund um Vögel, Zucht, Krankheiten etc. Die Zuchtprüfung ist von Bundesland zu
Bundesland, bzw. von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, in einigen Fällen muss man sogar eine
schriftliche Prüfung ablegen und ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen.
Nicht immer wird eine Zuchtgenehmigung ausgestellt, selbst wenn ausreichend Wissen und
Erfahrung vorweisbar ist. In einigen Fällen akzeptieren Amtstierärzte beispielsweise keine
"Wohnungszucht". Unter Wohnungszucht fallen meist private Halter die ihre Sittiche nur einmal brüten lassen wollen - auch wenn es nur einmal sein soll, eine Zuchtgenehmigung ist
IMMER ein muss, ohne Genehmigung können bei Anzeige Geldstrafen bis in den vierstelligen Bereich anfallen.
Was muss ich wissen, was muss ich haben?
Die Prüfung umfasst ein weites Feld über Wissen rund um Vögel allgemein, über die eigenen gehaltenen Vögel, Krankheiten die erkannt und
gedeutet werden müssen, sowie alles rund um Brut, Aufzucht, Beringung und Abgabe. Es wird ein Quarantäneraum gebraucht um Neuzugänge
(oder kranke Vögel) separat von den anderen bereits vorhandenen (oder gesunden) Vögeln halten zu können. Der Raummuss so beschaffen sein, dass er leicht zu reinigen und desinfizieren
ist, z.B. ein gefliestes Zimmer im Haus das nicht tägl. benutzt wird (Gäste WC m. Fenster). Weitermuss darauf geachtet werden, dass die "Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien und Sittichen" nicht unterschritten wird, d.h. ausreichend große Volieren bzw. Käfige sind ein Muss.
Woher bekomme ich Ringe?
Hier kommt es ganz darauf an wie man beringen möchte. Geschlossene Ringe bekommt man z.B. bei der AZ,
die Ringe verraten viel über die Herkunft der Vögel, abzulesen sind: Züchternummer, Geburtsjahr, Ringgröße
und eine fortlaufende Nummer! All diese Daten können z.B. bei einem entflogenen Vogel sehr
hilfreich sein, da der Finder zurück verfolgen kann von welchem Züchter der Vogel stammt (aufgrund Züchternummer) und an wen er verkauft wurde (Nachweisbuch). Geschlossene Ring kann man den Küken nur im Alter von 8-11 Tagen aufziehen, danach sind die Gelenke gefestigt und ein anziehen der Ringe ist dann nicht mehr möglich
- hier ist ein weiterer Vorteil das, dass Alter der Vögel immer korrekt ist!! Geschlossene Ringe kann man einzeln erwerben und nur immer ein Jahr lang verwenden da die Ringe jedes Jahr eine neue Farbe bekommen. Das aufziehen der geschlossenen Ringe erfordert eine ruhige Hand und ein wenig Geschick, der Ring muss über drei nach vorne gehaltene Zehen gestülpt werden um danach über eine nach hinten "gedrückte" Zehegeschobenwerden zu können, mit ein wenig Übung geht das aber recht einfach!
Geschlossene Beringung:
Je nach Sittichart beringt man im Alterzwischen dem 8.-11.
Tag. Bei der Beringung nimmt man das Küken in die eine Hand und hält mit Zeigefinger und Daumen das Beinchen fest, mit der anderen Hand schiebt man den Ring über die drei längeren Zehen nach hinten, so dass der 4. Zeh am Bein
anliegt. Ist der Ring über dem Gelenk muss der 4. anliegende Zeh durch den Ring gezogen werden.
(Zur Hilfe kann man z.B. einen Zahnstocher verwenden.)
Offene Ringe, bekommt man z.B. beim ZZF. Diese Ringe kauft man im "50er" Pack und man kann diese unendlich lange
benutzen. Offene Ringe besitzen nur eine fortlaufende Nummer, KEINE Züchternummer, was auch das zuordnen evtl. gefundener Vögel fast unmöglich
macht. Weiter kann man diese Ringe den Vögeln in jedem Alter anlegen, sprich man muss sich,
wenn es um das Alter geht, auf die Aussage des Züchters verlassen. Offene Ringe werden vor dem anlegen aufgebogen, dann um das Bein des Vogels gelegt und mit einer kleinen Zange wieder zugebogen, es muss darauf geachtet werden das noch genug "Spielraum" vorhanden ist, also das der Ring nicht zu eng zugedrückt wird -Anfänger oder unsichere Züchter machen dies am besten zu zweit, einer hält den Vogel, der Partner übernimmt den "Ring-Akt"!
Nachweisbuch?!
Das Nachweisbuch muss von jedem Züchter geführt werden. Jeder Vogel der im Bestand ist oder neu dazu kommt wird in diesem Nachweisbuch vermerkt. Folgende Details kann man im Nachweisbuch einsehen:
- Fortlaufende Nummer (1 - xxxx, für jeden Vogel eine Nummer) - Ringnummer - bei Nachzuchten muss das Beringungsdatum mit eingetragen - "Erwerbsdatum" - bei gekauften Vögeln das Kaufdatum
und von wem der Vogel stammt (Zoohandlung, Züchter, private Halter + deren Anschrift) -Vögel die vom Nachweisbuchführer (Züchter)
verkauft werden (Name + Anschrift des Käufers + Abgabedatum) - Krankheiten + deren Behandlungen + den Zeitraum in dem der Vogel behandelt - Todes Ursachen + Datum.
Koloniebrut oder Pärchenweise?
Eine Frage die jeder anders sieht bzw. unterschiedlich beantwortet werden würde.
Als erstes möchte ich kurz versuchen zu erklären, wo denn der Unterschied liegt bzw. was überhaupt was ist!
Unter Koloniebrut versteht man eine Brut im Schwarm. Die Brutpaare werden von den anderen Vögel nicht getrennt und leben "ganz normal" in der Voliere mit den anderen Vögeln weiter.
"Pärchenweise"... dazu werden die Brutpaare vom Schwarm getrennt und in
separate Zuchtkäfige/Volieren gesetzt.
Ich kann hier nun nur meine eigenen Erfahrungen weitergeben... Mein Wellensittichschwarm z.B. ist zur Koloniebrut "ungeeignet" da sich einige Hennen nicht am Nachwuchs der Brutpaare erfreuen und diesen Nachwuchs dann töten. Wellensittiche brüten bei mir daher nur Paarweise in
separaten Käfigen. Die Nymphensittiche dagegen können problemlos in der Kolonie brüten, hier führt es sogar soweit, dass andere Paare ohne Nachwuchs die fremden Küken füttern. Rosellasittiche dürfen sowieso nur Paarweise gehalten werden, also trifft hier die Frage nicht zu! Bei Ziegensittichen +
Agaporniden enthalte ich mich, bei diesen Arten hatte ich noch nicht das Vergnügen Erfahrungen zu sammeln!!!
Ich möchte noch erwähnen, dass dies MEINE Erfahrungen sind und diese bei anderen Arten/Paaren/Schwärmen NICHT zutreffen müssen!! Vorteile bzw. Nachteile gibt es bei beiden Varianten.
Vorteile bei der Koloniebrut wären z.B. Die Brutpaare müssten
nicht von einem intakten Schwarm getrennt werden, dies kann unter den anderen Vögeln zu einem neuen "Rangordnungskampf" führen (+nochmals eine neue Rangordnung, wenn das
Paar zurück kehrt!!) Die Brutpaare müssen sich nicht an einen neuen Käfig gewöhnen. Bei mehreren Brutpaaren könnten evtl. nicht gefütterte Küken anderen Hennen untergeschoben werden.
Pärchenweise... Hier wären die Vorteile, dass man genau beobachten kann ob und von wem die Küken gefüttert werden, ein tot hacken durch andere Vögel ist ausgeschlossen, auch der Kampf um den schönsten
Kasten gibt es hier nicht.
Ein Blick ins
Zuchttagebuch lohnt sich immer!
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