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Der Nymphensittich
Nymphensittiche gehören zur Familie der Kakadus, so sprachbegabt wie ihre großen Verwandten sind sie allerdings nicht. Die ersten Nymphensittiche wurden 1840 über den Schiffsweg nach Europa eingeführt, bereits 10 Jahre später wurde der Vogel erfolgreich in Europa nachgezüchtet.
Herkunft: Der Nymphensittich stammt ursprünglich aus Australien. In großen Schwärmen (bis zu einige hundert Vögel) bewohnt er dort Steppen, Savannen und Grasland, diese Gebiete bieten ihm viele Samen, Körner und Beeren die er als Hauptnahrung zu sich nimmt.
Steckbrief: Länge 30-32 cm, Gewicht 80-100 Gramm.
Männchen: grau, Unterseite etwas blasser Stirn, Wangen, Kehle und Haube gelb, roter Fleck um die Ohrregion. Schnabel grau, Beine grau.
Weibchen: Kopf und Haube grau gelb überhaucht, Ohrfleck matter als beim Männchen, Armschwingen grauweiß, Schwanzunterseite mit grauweißer Querbänderung.
Ernährung: Zur Hauptnahrung des Nymphensittichs zählt eine ausgewogene Großsittichkörnermischung, am besten ohne Sonnenblumenkerne, da diese sehr fetthaltig sind und die Nymphen auch wissen was gut schmeckt. Sonnenblumenkerne kann man in gut sortierten Zoohandlungen oder Tierfutterhandlungen als Einzelsaat erwerben und diese den Nymphensittichen dann als "Leckerli" hier und da anbieten. Zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung braucht es allerdings mehr als nur ein paar Körner. Obst und Gemüse spielen ebenfalls eine große Rolle bei der tägl. Nahrungsaufnahme. Hier darf so ziemlich alles angeboten werden was schmeckt: Äpfel, Birnen, Weintrauben, Wasser und Honigmelonen, Orangen, Mandarinen, Kiwi, Gurken, Salat, Karotten, Paprika, Chilischoten, Petersilie, Schnittlauch, Löwenzahn, Gräser etc. um nur einige Leckerbissen aufzuzählen. Auch gekochte ungesalzene Kartoffeln, Nudeln oder Reis dürfen in Maßen verfüttert werden.
Haltung: Nymphensittiche eignen sich sowohl für die Käfig- als auch für die Volierenhaltung, letzteres ist natürlich empfehlenswert! Da Nymphen sehr gute und wendige Flieger sind und die im Handel angebotenen "Großsittichkäfige" meist viel zu klein sind, emfehle ich immer Volierenhaltung, die "Mindestanforderungen an die Haltung von Sittichen und Papageien" müssen unbedingt beachtet werden. Die Mindestanforderung bei Nymphen wäre 1 x 1 x 2m, auch hier gilt je größer desto besser. Leider kann sich nicht jeder den Traum einer Voliere im Garten, ein Vogelzimmer oder eine schöne große Zimmervoliere erfüllen, auch ein "normaler" (die im Handel angebotenen Papageienkäfige haben meist eine gute Größe für Nymphen!) Käfig mit viel Freiflug ist in Ordnung.
Wie Anfangs schon erwähnt sind Nymphensittiche Schwarmvögel, heißt: 2 Nymphensittiche halten!! Ein Nymphie alleine würde sehr traurig und träge werden, er eigenet sich ein falsches Verhalten an, ahmt evtl. laute nach oder wird sehr zutraulich. Das Argument "Nur Einzelvögel werden zahm" ist völliger Unsinn, Vögel in Paar-oder Gruppenhaltung werden genauso zutraulich!! Hennen die alleine gehalten werden fangen oft an Eier zu legen, an aufhören denken sie allerdings eher selten. Alllein gehaltene Vögel neigen auch dazu sich zu rupfen oder "Schreier" zu werden.
Einrichtung der Voliere: Volieren, egal ob nun "Marke Eigenbau" oder gekaufte Fertigelemente (Alu) sollten immer praktisch -für beide Seiten- eingerichtet sein. Naturäste von ungespritzten (wichtig!) Obstbäumen, Birken, Buchen, Haselnussbäumen können beispielsweise an Sisalseilen hängend am Dach befestigt werden, es muss darauf geachtet werden das der Abstand der Äste groß genug ist, optimal ist wenn der Vogel einen oder zwei Flügelschläge "tätigen" muss um auf einen anderen Ast zu gelangen. Nymphensittiche halten sich gerne mal auf dem Boden auf, in Aussenvolieren bietet es sich an einen Teil der Voliere mit Naturboden auszulegen, oder Blumenkästen mit angesähtem Gras hineinzustellen. Futternäpfe müssen so angebracht werden das sie nicht verdreckt werden können, also nicht direkt unter einen Sitzast hängen/stellen. Was die Vögel nicht brauchen ist Plastikspielzeug, Spiegel, Plastikvögel oder mit Sandpapier beklebte Sitzstangen. (--> Verschlucken von Kleinteilen was zu Darmverletzungen führen kann, Kropfentzündungen da das vermeintliche gegenüber die gut gemeinten Fütterungsversuche nicht annimmt, Wunde Beinchen durch "wetzen"! etc.)
Zucht: Zur Zucht von Sittichen und Papageien wird in Deutschland eine Zuchtgenehmigung (ZG) benötigt, diese kann man beim zuständigen Veterinärsamt beantragen, die Prüfung wird vom Amtstierarzt abgenommen. Züchten ohne ZG kann bei Anzeige teuer werden, hier werden mehrere Tausend Euro Strafe verhängt. Weitere Infos hierzu unter "Zucht"!
Nymphen sind sehr "brutfreudige" Genossen, wenn das drumherum stimmt. Einmal angefangen lassen sie sich nur schwer wieder davon abbringen. Zur "Produktion" der Eier sollte zusätzlich Grit und Mineralien, sowie vermehrt Ei/Quell- und Keimfutter angeboten werden.
Der Nymphensittich Brutkasten sollte folgende Maße haben: 25 x 20 x 40 cm, Einschlupfloch 8 cm
Ein Gelege besteht aus 4-7 Eiern, die Brutzeit beträgt 18 - 21 Tage. Beim bebrüten der Eier wechseln sich Hahn und Henne ab, genaugenommen übernimmt ER die Tagschicht und SIE die Nachtschicht, fest gebrütet wird erst ab dem 3. gelegtem Ei! Bei der Aufzucht der Küken helfen beide Elterntiere zusammen. Die Nestlingszeit beträgt 5 Wochen, selbstständig sind die Jungvögel ca. 3 Wochen später. Ab der 12. Woche kann man die Jungtiere dann abgeben
Mutationen: Wildfarbig (siehe oben), Weißkopf, Schecken, Zimt, Lutino, Albino...
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